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SEO selber machen: was kleine Betriebe ohne Berater schaffen

6 Min. LesezeitTobias Holfoth
SEO selber machen: was kleine Betriebe ohne Berater schaffen

Die meisten Anleitungen zu diesem Thema stammen von Leuten, die SEO verkaufen. Das ist bei diesem Text nicht anders, und deshalb sage ich es vorweg: Ein großer Teil dessen, was Ihre Website bei Google voranbringt, kostet kein Geld und braucht keinen Berater. Er braucht zwei bis drei Stunden, einmal, und danach eine halbe Stunde im Monat. Was Sie in dieser Zeit tun können, steht hier. Wo die Grenze liegt, auch.

„SEO selber machen" heißt nicht, dass Sie Technik lernen. Es heißt, dass Sie drei Fragen beantworten, die sonst niemand für Sie beantwortet: Wonach suchen Ihre Kunden, wer steht heute davor, und wo stehen Sie. Alles Weitere folgt aus diesen Antworten.

SEO-Grundlagen in einer Stunde: die drei Fragen

Die erste Stunde gehört der Messung, nicht der Website. Wer an Texten arbeitet, bevor er weiß, wonach gesucht wird, arbeitet für sich selbst.

Wonach wird gesucht?

Die Antwort steht bei Google, kostenlos, und heißt Search Console. Sie melden sich mit dem Google-Konto an, tragen Ihre Domain ein und weisen nach, dass sie Ihnen gehört. Der einfachste Weg führt über Ihren Domain-Anbieter: Google nennt einen Textschlüssel, den Sie dort als Eintrag hinterlegen. Nach ein bis zwei Tagen zeigt die Search Console jede Suchanfrage, bei der Ihre Seite eingeblendet wurde, mit Position und Klicks.

Diese Liste ist das wertvollste Dokument, das Sie über Ihre Website besitzen. Sie zeigt nicht, was Sie gern hätten, sondern was tatsächlich passiert. Auf unserer eigenen Seite stand in den sechs Monaten vor dem Neubau eine Zahl, die wir ohne diese Liste nie gesehen hätten: 1.371 Einblendungen und sechs Klicks. Google zeigte die Seite, und niemand klickte. Das ist ein anderes Problem als „Google zeigt die Seite nicht", und es braucht eine andere Lösung.

Wer steht davor?

Öffnen Sie ein Inkognito-Fenster, damit Google Ihnen nicht Ihre eigenen Gewohnheiten zurückspielt, und tippen Sie die drei Anfragen ein, die Ihnen aus der Search Console am wichtigsten erscheinen. Notieren Sie, wer auf der ersten Seite steht, und lesen Sie deren Titel. Nicht, um sie zu kopieren, sondern um die Sorte zu erkennen: Sind es Betriebe wie Ihrer, Verzeichnisse, Ratgeber? Google zeigt für eine Anfrage die Sorte Seite, von der es glaubt, dass Suchende sie wollen. Wenn dort nur Ratgeber stehen, wird eine Angebotsseite es schwer haben, und umgekehrt.

Wo stehe ich?

Die Search Console nennt eine Durchschnittsposition je Anfrage. Alles über 20 heißt: Seite drei oder weiter hinten, praktisch unsichtbar. Zwischen 11 und 20 heißt: Seite zwei, in Reichweite. Unter 10 heißt: Seite eins, und ab hier zählt der Titel. Sortieren Sie die Liste nach Einblendungen und suchen Sie die Anfragen, die zwischen 11 und 20 stehen. Das sind die, bei denen eine kleine Änderung etwas bewegen kann.

SEO für Anfänger: Titel, Beschreibung, Überschrift

Jede Seite Ihrer Website hat einen Suchtitel, eine Beschreibung und eine Hauptüberschrift. Der Suchtitel ist die blaue Zeile in der Google-Suche, die Beschreibung der graue Text darunter, die Hauptüberschrift das Erste, was ein Besucher auf der Seite liest. Die drei entscheiden, ob jemand klickt, und sie sind das, was Sie am leichtesten selbst ändern können. In jedem Baukasten und in jedem Redaktionssystem gibt es dafür Felder.

Ein Muster, das bei uns messbar funktioniert: Der Titel trägt den Begriff, nach dem gesucht wird, und dazu eine Aussage oder eine Zahl. Unsere Seite für Wendlingen heißt im Suchergebnis „SEO Wendlingen — 14 Treffer, 2 am Ort". Sie holte laut Search Console (Export vom 30. August 2026) rund 7 Prozent Klickrate, während der Durchschnitt der Domain unter einem Prozent lag. Der Titel verspricht nichts. Er sagt, was auf der Seite steht.

Was nicht funktioniert: ein Titel, der Ihren Firmennamen vorn trägt und den Suchbegriff gar nicht. Wer nach „Elektriker Kirchheim" sucht, liest zwölf Titel in zwei Sekunden. Der Titel „Müller GmbH — Willkommen" fällt durch, auch wenn die Firma die beste im Ort ist. Prüfen Sie Ihre wichtigsten fünf Seiten: Steht der Begriff im Titel, so wie er getippt wird?

Die Beschreibung darf länger sein, bis etwa 150 Zeichen, und sie darf eine Handlung enthalten: „Erstgespräch kostenlos", „Termin online", „Anfahrt und Öffnungszeiten". Die Hauptüberschrift wiederholt den Begriff nicht wörtlich, sie bestätigt ihn: Wer auf „Elektriker Kirchheim" geklickt hat, will als Erstes lesen, dass er richtig ist.

Das Google-Unternehmensprofil des Betriebs pflegen

Für einen Betrieb mit Adresse ist das Unternehmensprofil bei Google mindestens so wichtig wie die Website. Es ist der Eintrag mit Karte, Öffnungszeiten und Bewertungen, der bei Suchen mit Ortsbezug über den normalen Treffern erscheint. Vier Dinge daran können Sie in einer halben Stunde in Ordnung bringen.

Die Hauptkategorie: Es gibt genau eine, und sie hat den größten Einfluss darauf, bei welchen Suchen Sie erscheinen. Wählen Sie die, die Ihrem Kerngeschäft entspricht, nicht die allgemeinste. Die Öffnungszeiten: Sie müssen mit denen auf der Website übereinstimmen, auch an Feiertagen. Die Anschrift: zeichengenau wie auf der Website und im Impressum. „Str." und „Straße" sind für Google zwei verschiedene Angaben, und uneinheitliche Angaben kosten Vertrauen. Die Bewertungen: Bitten Sie nach jedem abgeschlossenen Auftrag darum, ehrlich und ohne Vorlage. Fünf echte Bewertungen wirken mehr als jede Textänderung.

Eine Seite je Thema, nicht drei

Der häufigste Fehler, den wir bei kleinen Websites sehen, ist unsichtbar für den Betreiber: Zwei oder drei eigene Seiten zielen auf dieselbe Suchanfrage, und Google verteilt die Einblendungen zwischen ihnen. Keine der Seiten wird stark, weil jede nur einen Teil bekommt.

Wir haben das an unserer eigenen Website erlebt. Unsere Blog-Übersicht trug „SEO" und „Region Esslingen" in Titel und Beschreibung, und Google zeigte sie für Esslinger SEO-Anfragen häufiger als die Seite, die dafür zuständig ist (Search Console, Abruf vom 5. September 2026). Die Übersicht wollte gar nicht ranken. Sie tat es trotzdem, weil sie in jeder Navigation hing und die passenden Wörter trug.

Die Regel, die daraus folgt: Für jedes Thema gibt es genau eine zuständige Adresse. Nur sie trägt den Begriff im Titel. Alle anderen Seiten verweisen auf sie, wenn sie das Thema streifen, und nennen den Begriff sonst nicht in ihren Titeln. Prüfen können Sie das in der Search Console: Wenn eine Anfrage bei zwei Ihrer Seiten auftaucht, haben Sie den Fall.

SEO selbst machen: wo die Grenze liegt

Alles bis hierher schaffen Sie ohne Hilfe, und ich meine das ernst. Drei Dinge schaffen Sie eher nicht, und es ist besser, das vorher zu wissen als nach einem halben Jahr.

Das Erste ist die Zeit. SEO wirkt in Monaten, nicht in Wochen. Wer nach der Änderung am Titel drei Wochen wartet und dann aufgibt, hat die Arbeit gemacht und den Ertrag verschenkt. Nach dem Livegang unserer zehn Ortsseiten stiegen die Einblendungen innerhalb von vier Wochen auf 4.669, die Klicks lagen bei 22 (Search Console, 6. August bis 2. September 2026). Die Einblendungen kamen schnell, die Positionen bewegen sich langsam. Das ist normal, und es ist zermürbend, wenn man es nicht erwartet.

Das Zweite ist die Technik. Weiterleitungen nach einem Umbau, doppelte Adressen, Seiten, die Google nicht lesen kann: Das sieht man in der Search Console, aber man behebt es nicht in einem Textfeld. Das Dritte sind Verweise von außen. Wer auf Seite eins steht, hat fast immer andere Websites, die auf ihn verweisen, oft die eigenen Kunden. Das lässt sich nicht kaufen, und es lässt sich nicht in einer Stunde erledigen.

Wenn Sie an einer dieser Grenzen stehen, ist der nächste Schritt nicht, mehr Zeit hineinzustecken, sondern jemanden zu fragen, der die Zahlen liest. Was das bei uns kostet und was drin ist, steht offen auf der Seite. Sie sprechen dabei mit dem, der die Arbeit macht, nicht mit einem Vertrieb.

Häufige Fragen

Kann ich SEO selber machen?

Ja, den größten Teil. Search Console anbinden, die Anfragenliste lesen, Titel und Beschreibungen der wichtigsten Seiten anpassen, das Unternehmensprofil pflegen: Das ist Arbeit, die kein Fachwissen braucht, nur zwei bis drei Stunden am Anfang. Was Sie eher nicht selbst schaffen, ist die Technik nach einem Umbau und der Aufbau von Verweisen.

Was sind die SEO-Grundlagen?

Drei Fragen: Wonach wird gesucht, wer steht davor, wo stehe ich. Dazu drei Felder je Seite: Suchtitel, Beschreibung, Hauptüberschrift. Und eine Regel: eine zuständige Seite je Thema. Wer diese Grundlagen versteht, versteht auch, warum die meisten Tipps im Netz an der Sache vorbeigehen.

Wie lange dauert es, bis SEO wirkt?

Einblendungen kommen oft innerhalb weniger Wochen, Positionen bewegen sich über Monate. Unsere eigenen Ortsseiten hatten nach vier Wochen viele Einblendungen und wenige Klicks, weil sie noch auf Seite drei standen. Rechnen Sie mit acht bis zwölf Wochen, bevor Sie über eine Änderung urteilen.

Wenn Sie wissen wollen, wo Ihre Seite technisch steht, bevor Sie anfangen: Der kostenlose SEO-Check misst Ladezeit, Auffindbarkeit und Metadaten in etwa 25 Sekunden, ohne Anmeldung. Ob sich der Aufwand für einen Betrieb Ihrer Größe rechnet, haben wir an unseren eigenen Zahlen durchgerechnet: SEO für kleine Unternehmen: wann es sich lohnt, wann nicht.